Wahlprogramm 2026

Laatzen steht als lebenswerte Stadt in den nächsten Jahren vor vielen Herausforderungen und Chancen zugleich: Wie wir Kinder und Familien stärken, Bildung verbessern, Klimaziele erreichen, Verkehr ökologisch steuern, Wirtschaft nachhaltig aufstellen, Belastungen sozial abfedern und dabei alle Menschen mitnehmen, können wir in den nächsten Jahren gemeinsam in die Hand nehmen.

Dazu machen wir GRÜNEN Ihnen und unserer Stadt mit diesem Wahlprogramm ein Angebot. 

Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der menschengemachte Klimawandel, der faktisch belegt und zunehmend wahrnehmbar ist. Der Temperaturanstieg seit 1881 beträgt nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts in Deutschland bereits 2,0 Grad. Der Temperaturanstieg hat sich in den letzten Jahren überdurchschnittlich beschleunigt. Diese Dynamik konfrontiert uns mit Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen und Überflutungsgefahren.

Das Bundesverfassungsgericht hat deutliche Nachbesserungen des Klimaschutzgesetzes eingefordert. Auch die EU hat ihr Zwischenziel zur Erreichung der Klimaneutralität in 2050 auf -55% bis 2030 erhöht. 

Das Erreichen des im Pariser Klimaschutzabkommen gesetzten globalen 1,5-Grad- Ziels durch den nachhaltigen Umbau unser Wirtschafts-, Produktions- und Mobilitätssysteme sowie durch die energetische Sanierung von Wohnraum ist von elementarer Bedeutung. Dafür müssen wir erneuerbare Energien konsequent ausbauen und in allen Sektoren die Energiewende umsetzen. Dazu gehört neben der Stromwende auch eine Wärme- und Mobilitätswende. 

Unsere kommunalpolitischen Positionen und Initiativen orientieren sich an nationalen und europäischen Klimazielen. Um den gesellschaftlichen Schaden der Klimaerwärmung zu begrenzen, müssen klimaschützende Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Andererseits wollen wir mögliche soziale Folgewirkungen der Maßnahmen erkennen, beachten und darauf reagieren. 

Klimawandel wird zunehmend zu einem Problem der Lebensqualität und der Gesundheit. Wir müssen unsere Stadt entsprechend umgestalten. Im Zentrum von Laatzen-Mitte fehlt es an Bäumen, die Schatten spenden können. Die Parkplätze wirken wie Wärmespeicher und belasten die Bewohner zusätzlich. 

Wir wollen die Lebensqualität der Stadt verbessern, so dass sich die Bewohner und Bewohnerinnen in unserer Stadt wohl fühlen. Eine nachhaltigere Entwicklung führt zu sozialer Gerechtigkeit und zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und damit zu sozialem Frieden. 

Ein Grundpfeiler einer nachhaltigen Entwicklung unserer Stadt ist eine lebendige Demokratie, eine starke und lebendige Zivilgesellschaft. Dazu gehören eine transparente Verwaltung, aktive Bürgerbeteiligung und der Erhalt unser strategischen Laatzener Ziele für hohe Bildungschancen. 

Das Vertrauen der Bürger*innen in Politik und Verwaltung ist entscheidend für das Gelingen unserer Ziele. Dessen sind wir uns bewusst und das wollen wir leben. 

Laatzen ist eine unglaublich vielfältige Stadt! Sie ist bunt und hat großes Potential. Vor diesem Hintergrund wollen wir Laatzen zu einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch attraktiven Stadt weiterentwickeln! 

Wir freuen uns auf die Diskussionen mit Ihnen und Euch!

Laatzen GRÜN gestalten: Klima, Natur und Umwelt

Laatzen liegt an einem der schönsten Erholungs- und Naturschutzgebiete der Region. Dieses Gebiet zu schützen und zu entwickeln ist in unser aller Interesse. Die im Freiraumkonzept vorgeschlagenen Vernetzungen der Grünflächen in der Stadt bis hin zur Leinemasch wollen wir umsetzen. 

Die letzten drei Jahre waren geprägt durch heiße und trockene Sommer. Viele Bäume sind derartig geschädigt worden, dass sie gefällt werden müssen. Jeder gefällte Baum bedeutet weniger Kühlung für die Stadt, weniger gute Luft und weniger Lebensqualität. 

Auch Laatzen ist eine Stadt, in der immer mehr Fläche zur Baufläche wurde, in der immer mehr Fläche zur Straße wurde. Umso wichtiger ist es, dass wir in Zukunft darauf achten, dass Laatzen zu einer grünen Stadt wird. Unser Stadtgrün muss geschützt und vor allem vermehrt werden, für uns, für die Natur und für das Klima. 

Daneben besteht Laatzen auch aus Feldern und Äckern. Einen Dialog zwischen Landwirtschaft, Grünflächenamt und Stadtbevölkerung möchten wir weiterentwickeln. 

Mehr Grün in der Stadt 

Wir möchten eine nachbarschaftliche Bürgerbeteiligung weiterentwickeln, die das Bewusstsein für die Bedeutung des Stadtgrüns steigert und dauerhaft verankert. Dies erhöht die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihren Grünanlagen und hilft dabei, Grünflächen bedarfsgerecht zu gestalten und zu bewahren. 

Stadtteilspaziergänge, Baum- und Beet Patenschaften sowie Beteiligungsmöglichkeiten bei der Suche nach geeigneten Standorten für Bäume, Blühflächen und Entsiegelungsmaßnahmen wollen wir stärken.

Das Freiraumkonzept der Stadt Laatzen wollen wir endlich schrittweise und verbindlich umsetzen. Dazu gehören ein nachvollziehbarer Maßnahmenplan, klare Prioritäten, feste Zuständigkeiten und eine gesicherte Finanzierung. Über die Umsetzung und den erreichten Fortschritt soll regelmäßig öffentlich berichtet werden. Dabei wollen wir insbesondere die im Freiraumkonzept vorgesehenen Grünverbindungen, Aufenthaltsbereiche und ökologischen Aufwertungen voranbringen.

Wenn Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen nötig sind, sollen sie möglichst in der Stadt vorgenommen werden. Das Ziel muss sein, Verluste an Grün nicht nur zu ersetzen, sondern am Ende mehr Grün zu schaffen. Der Erhalt vorhandener und insbesondere alter Bäume hat dabei Vorrang. Wir wollen dauerhaft eine positive Baumbilanz erreichen und transparent darstellen, wie viele Bäume gefällt, neu gepflanzt und erfolgreich erhalten wurden.

Wir wollen in Laatzen endlich konsequent damit beginnen, Flächen zu entsiegeln und Bäume zu pflanzen. Die Laatzener Ortsteile sollen zu Modellquartieren für mehr Stadtgrün, Schatten, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung werden. In allen Stadtteilen wollen wir geeignete versiegelte Flächen erfassen und schrittweise begrünen. Dazu gehören insbesondere Plätze, Parkplatzflächen, Schulhöfe, Wege und Flächen an öffentlichen Gebäuden.

Bei den Bauvorhaben in Laatzen wurde Begrünung immer wieder mitgeplant, aber nicht immer umgesetzt. Wir wollen, dass diese Verpflichtungen auch eingehalten werden. Pflanz-, Begrünungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen müssen nach Abschluss der Bauvorhaben kontrolliert werden. Nicht umgesetzte oder nicht dauerhaft erhaltene Pflanzungen müssen konsequent nachgefordert werden.

Dachbegrünungen sollten angelegt werden, wo immer es baulich möglich und sinnvoll ist. Hier besteht in Laatzen weiterhin viel Potenzial, und es gibt Fördermöglichkeiten. Wir werden dafür werben und die Bauleitplanung dazu nutzen, mehr Grün auf die Dächer zu bringen. Bei städtischen Neubauten und Sanierungen sollen Dach- und Fassadenbegrünungen zum Standard werden, soweit die Gebäude dafür geeignet sind. Photovoltaik und Dachbegrünung sollen dabei gemeinsam gedacht werden.

Laatzen wollen wir nach dem Prinzip der Schwammstadt weiterentwickeln. Regenwasser soll möglichst dort gespeichert und versickert werden, wo es anfällt. Baumrigolen, größere Baumscheiben, Mulden, Zisternen und wasserdurchlässige Oberflächen können dabei helfen, Überflutungen bei Starkregen zu vermeiden und zugleich Wasser für trockene Zeiten zurückzuhalten. Gesammeltes Regenwasser soll verstärkt für die Bewässerung des Stadtgrüns genutzt werden.

Die Maßnahmen des Hitzeaktionsplans wollen wir besonders in stark belasteten Stadtteilen und Quartieren umsetzen. Schulhöfe, Kindertagesstätten, Spielplätze, Haltestellen sowie wichtige Fuß- und Radwege sollen schrittweise grüner und besser verschattet werden. Bei der Gestaltung öffentlicher Räume müssen ausreichend große Baumstandorte, schattige Sitzplätze und gut erreichbare kühle Aufenthaltsorte von Beginn an mitgeplant werden.

Die von uns seit Langem geforderte ökologische Stadtpflege wollen wir umsetzen. Grünflächen sollen dort zu Blühstreifen und artenreichen Wiesen werden, wo dies mit ihrer Nutzung vereinbar ist. Die Pflege des Straßenbegleitgrüns soll sich stärker an den Bedürfnissen der Tier- und Pflanzenwelt orientieren. Mahdzeiten und Pflegeintervalle sollen angepasst und möglichst insektenfreundliche Verfahren eingesetzt werden. Dafür wollen wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend schulen und für die unterschiedlichen Flächen geeignete Pflegepläne entwickeln.

Auch private Eigentümerinnen und Eigentümer, Wohnungsunternehmen, Vereine, Initiativen, Kirchen und Gewerbebetriebe wollen wir dabei unterstützen, Grundstücke, Höfe, Dächer und Fassaden zu begrünen oder versiegelte Flächen zurückzubauen. Die Stadt soll hierzu beraten, auf Förderprogramme hinweisen und gemeinsam mit den Beteiligten nach umsetzbaren Lösungen suchen.

Zur Kontrolle unserer Ziele wollen wir regelmäßig über den Zustand und die Entwicklung des Stadtgrüns berichten. Dazu gehören unter anderem die Zahl der gefällten und neu gepflanzten Bäume, die erfolgreich entsiegelten Flächen, neue Blühflächen, begrünte Dächer und Fassaden sowie der Stand der Umsetzung des Freiraumkonzeptes. So machen wir Fortschritte sichtbar und schaffen Verbindlichkeit.

Naturschutz 

Das Naturschutzgebiet der Leineaue ist einmalig schön und ein wichtiger Erholungsraum für unsere Stadt. Zusammen mit dem Naturschutzbund wollen wir Tourismuskonzepte und Beteiligungsangebote für die Bevölkerung anbieten. 

Im Aktionsprogramm Insektenschutz des BMU (Bundesministerium für Umwelt) werden Lichtemissionen als eines von neun Handlungsfeldern benannt. Die Straßenbeleuchtung in Laatzen wollen wir Schritt für Schritt insektentauglich gestalten. In reinen Gewerbegebieten kann nachts auf helle Lichter verzichtet werden. Der Einsatz von Straßenbeleuchtung mit Bewegungssensoren in Nebenstraßen soll geprüft werden. Ein weiterer Beitrag zur Artenvielfalt ist der Verzicht auf Pestizide. 

Laatzen soll Mitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ werden und sich mit anderen Kommunen austauschen. Mittlerweile machen schon 441 Städte mit. 

Laatzen gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Region. Jedes Stückchen Grün ist wertvoll – Schottergärten sind es leider nicht. Deshalb setzen wir uns für deren Rückbau ein.

Klima-, Umwelt- und Wasserschutz 

Die von Region, Land und Bund angebotenen Förderprogramme zu Verbesserung des Stadtgrüns und der Klimafolgenanpassung wollen wir nutzen und stark bewerben. Eine weitsichtige Bauplanung muss den Klimawandel heute berücksichtigen. Wir wollen so das Grün in der Stadt schützen und vermehren. 

Wasser ist im Sommer knapp, das haben wir in den letzten Jahren gemerkt. Laatzen braucht ein an den Klimawandel angepasstes Wassermanagement für die Landwirtschaft und für die Stadt, für das Stadtgrün und zur Kühlung. 

Laatzen soll zur Zero Waste City werden und somit Strategien zur Müllvermeidung und zur nachhaltigen Beschaffung vorlegen. Wir möchten, dass Laatzen Mitglied im europäischen Netzwerk „Zero Waste Europe“ wird. 

Ratsvorlagen und kommunale Beschaffungen sollen mit Hilfe der „Orientierungshilfe zur Prüfung klimarelevanter Beschlussvorlagen“ des Deutschen Städtetags geprüft werden (Energieverbrauch, CO2-Emission, Wasserhaushalt, etc.), ob sie Klimaauswirkungen haben und wie diese berücksichtigt bzw. verbessert werden können. Hier kann das Klimamanagement der Stadt unterstützen.

Zur Unterstützung des Austauschs zwischen Öffentlichkeit, Wissenschaft, Politik und Verwaltung werden wir einen Klimabeirat einrichten. Der Klimabeirat berät den Rat der Stadt bei der Umsetzung der städtischen Klimaschutzziele. Die Mitglieder des Beirats sollen die Themenbereiche Bauen/Wohnen/Planen, Erneuerbare Energien/Landwirtschaft, Energieberatung der Bürger*innen und betrieblichen Klimaschutz fachlich abdecken. Sie werden ergänzt durch Vertreter*innen aus der Politik und der Verwaltung.  

Landwirtschaft 

Mit den Landwirten und Landwirtinnen zusammen wollen wir Möglichkeiten finden, nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch den Bestand unserer Wildpflanzen und -tiere zu schützen. 

Schon seit Jahren setzen wir uns für mehr ökologische Produkte in den Mensen unserer Schulen und Kitas ein. Laatzen ist auf unsere Initiative hin Fair-Trade-Stadt geworden.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Berücksichtigung des Klimawandels in der Bauleitplanung 
  • Anpassung des Wassermanagements an den Klimawandel 
  • Umrüstung der Straßenbeleuchtung unter Aspekten des Insektenschutzes 
  • Mitgliedschaft der Stadt im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ 
  • Verzicht auf Pestizide 
  • Städtebauförderung „Zukunft Stadtgrün“ des Bundes und des Landes nutzen 
  • Mitgliedschaft der Stadt im europäischen Netzwerk „Zero Waste Europe“ – leben ohne Müll
  • Beteiligung der Bürger*innen bei der Gestaltung öffentlicher Grünflächen 
  • Verbindliche Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen bei Bauvorhaben 
  • Grünflächen sollen vorrangig Blühflächen sein; Pflege des Straßenbegleitgrüns unter Berücksichtigung der Tier- und Pflanzenwelt 
  • Einsatz von Bio-Produkten in den Mensen und Bistros von Schulen und Kitas 
  • Entwicklung von Tourismus- und Beteiligungsangeboten für die Leineaue 
  • Einrichtung eines Klimabeirats.

Laatzen voller Energie: Energiewende schaffen und  unabhängiger von teurem Öl und Gas

In Deutschland lagen neun der zehn wärmsten Jahre innerhalb der letzten 20 Jahre. Da der Treibhauseffekt ein globales Phänomen ist, müssen dagegen gerichtete Maßnahmen global und national, aber auch vor Ort umgesetzt werden. Damit ist Klimaschutz ein wesentliches kommunalpolitisches Ziel. Auch Laatzen muss und wird zur künftigen Klimaneutralität beitragen. 

Sonnendächer ausbauen – Bürger beteiligen 

Wir wollen so schnell wie möglich Klimaneutralität in Laatzen erreichen. Für die dezentrale Energieerzeugung in Laatzen bietet Solarenergie das größte Potential Dazu soll die Installation von Solaranlagen bei Neubauten und Dachsanierungen von Privat-, Gewerbe- und Kommunalgebäuden verpflichtend vorgegeben werden. Bürgerinnen und Bürger, die keine Photovoltaikanlagen auf eigenen Dächern errichten können, soll die Möglichkeit der Beteiligung an Solarprojekten geboten werden. Dafür soll eine Kooperation mit vorhandenen Bürgerenergiegenossenschaften aufgebaut werden, die Solaranlagen auf geeigneten Dachflächen privater, gewerblicher und kommunaler Gebäude realisieren. Das Klimamanagement der Stadt soll aktiv das Energy Sharing – Anlagenbesitzer können vertraglich geregelt Solarstrom an Nachbarn verkaufen – sowie das Mieterstrommodell bewerben. 

Rein rechnerisch ließe sich der gesamte Strombedarf Laatzens allein über Photovoltaik decken. Aktuell sind nur 8% des Solarpotenzials in Laatzen erschlossen, wovon der Parkplatz der Deutschen Rentenversicherung und der VGP-Park die Hälfte erzeugen.

Wir brauchen eine Netzertüchtigung in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber, um eine dezentrale Einspeisung aus PV-Anlagen nicht durch Netzengpässe auszubremsen und auch Speicherlösungen.

Nachhaltige Wärmeerzeugung – der schlummernde Riese

Da ca. 40% des Gesamtenergiebedarfs für Wärme und Warmwasser benötigt werden, ist die Wärmewende ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Priorität zur Erreichung der Klimaschutzziele hat die Emissionsreduktion durch Energieeinsparung. Im Gebäudesektor muss der Energiebedarf zunächst durch energetische Sanierungen deutlich gesenkt werden. Für Neubauten und Kernsanierungen wird der Passivhausstandard angestrebt, zwingend ist die vollständige Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie für effiziente Sanierung und erneuerbares Heizen.

Die kommunale Wärmeplanung hat gezeigt, dass Laatzen enorme regenerative Potenziale hat. Die Leine als Wärmequelle für eine Großwärmepumpe, Solarthermie-Freiflächen, oberflächennahe Geothermie, Wärmepumpen, Pelletheizungen und mit Biomethan betriebene Blockheizkraftwerke sind geeignete Möglichkeiten, das Heizen mit fossilem Gas/Öl zu ersetzen. Die Verwaltung soll dazu als direkte Beraterin und Multiplikatorin auf die zahlreichen Beratungsangebote der Klimaschutzagentur Region Hannover über ihre Homepage hinweisen. Vorrang sollen finanziell schlechter gestellte Haushalte bei Beratung und Förderprogrammen haben, damit die Wärmewende nicht zur sozialen Frage wird.

Für die Umsetzung des energetischen Quartiersmanagements bedarf es eines verbindlichen und öffentlich einsehbaren Umsetzungsplans.

Wo technisch möglich sollen die kommunalen Liegenschaften an die neuen Wärmenetze angeschlossen werden, um als verlässlicher Ankerkunde den Netzausbau wirtschaftlich abzusichern.

Windenergie – Bürger beteiligen

Energie sparen ist nach wie vor die einfachste und kostengünstige Variante, gefolgt vom großen Solarpotenzial Laatzens zum Klimaschutz.

Windenergie ist für den Klimaschutz im letzten Jahr konkret für Laatzen eine Möglichkeit geworden:

In Rethen stehen drei große Anlagen zur Diskussion, die weit sichtbar wären.

Aus unserer Sicht sind sie jedoch nur dann vertretbar, wenn strikt ausgelegt, Natur- und Artenschutz, ausreichende Abstände zu Wohngebieten (Lärm und Schlagschatten), eine faire Beteiligung der Bürgerschaft bei der Planung und finanzielle Beteiligung der Bürgerschaft an den Erträgen der Windkraftanlagen sowie ein messbarer Nutzen für die Stadt und ihre Einwohner gewährleistet sind.

Klimaschonende Stadtverwaltung 

Die Umsetzung kommunalen Klimaschutz-Aktionsprogramms mussunter Verantwortung des Klimaschutzmanagers gesteuert werden. Für die Projektrealisierung erforderliche Mittel müssen in die Haushaltsplanung eingestellt werden. Wesentliches Element wird dabei die energetische Sanierung kommunaler Gebäude sein mit der Realisierung von Solaranlagen und klimaschonender Wärmeerzeugung.

Die Umsetzung des Hitzeschutzaktionsplan soll mit einem Umsetzungsplan öffentlich einsehbar hinterlegt und regelmäßig überprüft werden.

Der städtische Fuhrpark wird auf Elektromobilität umgestellt und den Bürger*innen über eine Car-Sharing-Plattform außerhalb der städtischen Dienstzeiten am Wochenende als Mobilitätsangebot bereitgestellt. Bei öffentlichen Ausschreibungen für Investitionen und Dienstleistungen wird Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wesentliches qualitatives Bewertungskriterium.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Konsequenter Umstieg auf erneuerbare Energien im Strom- und Wärmebereich 
  • Kooperation mit einer Bürgerenergiegenossenschaft für die Beteiligung Laatzener Bürger*innen an Solarprojekten 
  • Anpassung der Bauleitplanung: Errichtung von Solaranlagen bei Neubau und Dachsanierung soweit möglich, sonst Begrünung von Dachflächen 
  • Identifikation geeigneter Flächen für die Entwicklung von Agrar-Solaranlagen, Solarthermie-Freiflächen, Nutzung der Leine als Wärmequelle für eine Großwärmepumpe
  • Kommunikation der baurechtlichen Anforderungen bei energetischen Sanierungen und der Beratungsangebote der Klimaschutzagentur durch die Stadtverwaltung über ihre Homepage 
  • Weitgehende energetische Sanierung kommunaler Gebäude 
  • Bei Neubauten und Kernsanierungen Passivhausstand anstreben und EU-Gebäuderichtlinie umsetzen, konsequente Umsetzung der vier energetischen Quartierskonzepte mit verbindlichen und öffentlich nachvollziehbare Umsetzungsplänen
  • Begrünung von großen versiegelten Flächen, z.B. von Parkplätzen 
  • Umstellung des städtischen Fuhrparks auf emissionsarme Fahrzeuge mit Car-Sharing-Optionen am Wochenende für die Bürger*innen 
  • Unterstützung des Aufbaus von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in den urbanen Gebieten Laatzens 
  • Ausbau der Nutzung von E-Rädern und Lastenrädern für kurze Strecken der Mitarbeiter*innen der Verwaltung 
  • Energieeffizienz und Nachhaltigkeit als Bewertungskriterien für städtische Ausschreibungen 

Bewegen in Laatzen: Mobilität und Verkehrswende 

Im Prozess der Verkehrswende wollen wir Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger umstellen sowie die Verkehrsmittel besser vernetzen. Dies beinhaltet auch einen kulturellen Wandel und eine Umverteilung des öffentlichen Raums. Dafür ist es zukünftig notwendig, die unterschiedlichen Perspektiven von Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen, Senior*innen und Menschen mit Behinderungen stärker in die Mobilitätspolitik der Stadt Laatzen einzubeziehen. Wir wollen nachhaltige Mobilität, die Ressourcenverbrauch, Gesundheits- und Umweltaspekte sowie soziale und kulturelle Aspekte gleichermaßen in den Fokus nimmt. 

Dafür wollen wir die Möglichkeiten der Förderung durch Bund und Land nutzen und uns um Verkehrswende-Projekte bewerben. Wir brauchen eine Stadtplanung, die sichere und kurze Wege, Bewegungs- oder Begegnungsräume, einen bezahlbaren Nahverkehr mit attraktiver Taktung und ein flächendeckendes und sicheres Radwegenetz sicherstellt. Gehwege müssen so beschaffen sein, dass ein Rollstuhl und ein Kinderwagen nebeneinander Platz haben. 

Fußverkehr 

Wir wollen ein Fußverkehrskonzept in die Verkehrsplanung integrieren. Dabei geht es um Sicherheit und um den Wohlfühlfaktor. Dazu gehören breite Fußwege, ausreichend große Verkehrsinseln zum Überqueren breiter Straßen, der Ausbau von Zebrastreifen oder Ampeln vor Grundschulen und Senior*inneneinrichtungen sowie eine strikte Trennung von Fuß- und Fahrradweg. Auch sollte die Aufenthaltsqualität für die Fußgänger*innen auf den Gehwegen verbessert werden. Mehr Grün muss ins Straßenbild. Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen sind für Familien mit Kindern, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen unerlässlich. 

Radverkehr 

Grundsätzlich ist die Laatzener Landschaft ein ideales Radfahrgebiet ohne große Steigungen und mit viel Natur. Allerdings sind viele Fahrradwege zu schmal, an einigen Stellen zu kurvenreich. Insofern fordern wir besonders auf der Hildesheimer Straße eine Verbesserung der Radverkehrsführung an den Knotenpunkten. Hierzu gehören Linksabbiegetaschen und eine verbesserte Signalschaltung. Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen sollten zwei Sekunden früher als die anderen Grün bekommen. 

Die Verkehrsführung auf der Hildesheimer Straße ab der Abbiegung Grasdorf bis zur Wülferoder Straße ist für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen unübersichtlich. Wir setzen uns für eine sichere Lösung für alle zum Verkehrsteilnehmer*innen unter Einbindung der Anwohner*innen ein. Auch die Verlängerung der Veloroute 8 von der Gabelung Hildesheimer Straße /Erich Panitz Straße bis laatzen Mitte wollen wir voranbringen. 

Soweit möglich sollte es mit Ausnahme der Abbiegespuren keine vierspurigen Straßen im Laatzener Stadtgebiet mehr geben. Um zu zeigen, dass das möglich ist, wollen wir in Testphasen die Zweispurigkeit ausprobieren. 

Attraktive und sichere Fahrrad-Abstellmöglichkeiten sind in Laatzen leider immer noch eine Seltenheit. Ein Mobilitätskonzept muss dieses Thema aufnehmen. Wer sein Rad z.B. auf dem Weg zur Arbeit abschließen möchte, muss dazu eine sicheren und, wenn möglich, überdachten Platz haben. 

Öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV) 

Wir setzen uns für eine ÖPNV-Verbindung zwischen Laatzen und Hannover-Kronsberg ein, wollen darauf aber nicht noch zehn Jahre warten. Daher sollen innovative ÖPNV-Konzepte geprüft werden, die eine Nutzung der bestehenden Brücke über den Messeschnellweg erlauben. Wir versprechen uns davon auch eine Belebung des Leine-Centers. Um umweltschonend und schnell nach Hannover zu kommen, unterstützen wir Pläne für eine S-Bahnstation „Laatzen-Mitte/Grasdorf“. 

Zudem muss Ingeln-Oesselse besser an den ÖPNV angebunden werden. Hier ist die Taktung zu verbessern, und wir wollen uns dafür einsetzen, dass ein Modellprojekt wie der etwa aus Sehnde bekannte „sprinti“ auch in Ingeln-Oesselse an den Start geht. Damit kann der Buslinienverkehr flexibel ergänzt werden. 

Wir unterstützen die Idee, eine innerstädtische Ringlinie einzurichten, um auch hier den ÖPNV attraktiver zu machen. 

Autoverkehr 

Moderne Mobilität für dieses Jahrhundert verlangt neue Prioritäten. Laatzen braucht eine Infrastrukturentwicklung, die an den Zielen der Mobilität für alle und an Klimaneutralität ausgerichtet ist. Wir möchten die vorrangige Ausrichtung des Straßenverkehrs an den Interessen des Autoverkehrs beenden und wollen eine gleichberechtigte Aufteilung des Verkehrsraums. Die Verkehrsplanung der Stadt Laatzen hat sich an denen zu orientieren, die besonders gefährdet sind. Daher muss Verkehrssicherheit für alle die oberste Regel der Verkehrsplanung in Laatzen sein. 

Das E-Auto ist insbesondere im Paket mit Solaranlage auf dem Dach, Stromspeicher im Keller und Wallbox in der Garage eine zukunftsfähige Lösung. Hierfür stehen Förderprogramme zur Verfügung, über die die Verwaltung zusammen mit der Klimaschutzagentur Region Hannover Auskunft geben soll.

In der Stadt muss die Attraktivität der Elektromobilität gefördert werden, indem die Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum ausgebaut wird. Sinnvoll wäre es, dort mehr Ladesäulen anzubieten, wo längere Ladezeiten kein Problem darstellen, etwa am aquaLaatzium oder beim Park der Sinne. Dabei werden wir nicht die Behindertenparkplätze vergessen, die Ladesäulen in der entsprechenden Höhe benötigen. Außerdem sollten Ladestationen an Parkplätzen in Wohngebieten geschaffen werden. Mit den ansässigen Firmen wollen wir ins Gespräch kommen und über Lademöglichkeiten für Beschäftigte auf den Werksgeländen sprechen.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Integration eines Fußverkehrs- und Radverkehrskonzepts in die Planung 
  • Verbesserung der Verkehrsführung für Radfahrer auf der Hildesheimer Straße 
  • Ampelschaltungen sollen Bedürfnisse der Fahrräder und Fußgänger*innen berücksichtigen. 
  • Verlängerung der Veloroute 8 bis Laatzen-Mitte
  • Ausbau von sicheren Fahrrad-Parkplätzen /Fahrradanlehnbügel
  • Weitgehender Rückbau vierspuriger Straßen auf zwei Spuren 
  • Nahverkehrs-Verbindung zwischen Kronsberg und Laatzen kurzfristig 
  • Bau einer S-Bahn-Station in Laatzen-Mitte/Grasdorf 
  • Verbesserte Anbindung von Ingeln-Oesselse 
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität im öffentlichen Bereich und auf Firmenparkplätzen 

Lebenswertes Laatzen: nachhaltiges Bauen und bezahlbares Wohnen 

Nachhaltige Stadtentwicklung 

Städte stehen vor neuen Herausforderungen: Wie kann die hohe Nachfrage an Wohnraum und Gewerbeflächen mit Klimaschutz, Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Gesundheit vereinbart werden? 

Lebenswerte Städte müssen neben einer effizienten Infrastruktur und einer guten Versorgungsumgebung sowohl Anreiz bieten als auch Erholung zulassen. 

Eine attraktive Stadt mit hoher Lebensqualität ist unser Ziel, die Begegnungen und Kommunikation im lebendigen öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität ermöglicht. Moderne Technik und kluge Ideen ermöglichen neue Lebensräume und machen Laatzen zu einem lebenswerteren, lärm- und abgasarmen Ort. 

Laatzen bietet dafür bereits jetzt beste Voraussetzungen. Neben einer Vielzahl an Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität existiert bereits eine hohe Dichte an Freizeit-und Erholungsinfrastruktur sowie eine gute regionale wie überregionale Verkehrsanbindung. Im verdichteten Zentrum ist Laatzen schon eine Stadt der kurzen Wege, die das Zurücklegen der alltäglichen Wege zu Fuß oder mit dem Rad in Verbindung mit dem ÖPNV ermöglicht. 

Um die vielschichtigen Themen, Stadtquartiere und Bausteine adäquat durchdenken und berücksichtigen zu können, wird ein Masterplan benötigt, der das bestehende Laatzen, unter Berücksichtigung der Potentiale, in den kommenden 20 Jahren schrittweise in eine zukunftsfähige Stadt weiterentwickelt

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Erfassung von Baulücken, Brachen, fehlgenutzten Flächen in einem umfassenden Baulücken- und Leerstandskataster auf Basis der bestehenden Kataster 
  • Betreiben einer aktiven Liegenschaftspolitik durch den kommunalen Erwerb neu zu bebauender Grundstücke oder die Nutzung von Vorkaufsrechten. Bei deren Weiterveräußerung an Bauwillige können wohnungspolitische und Klimaschutzziele durch sogenannte Abwendungsvereinbarungen besser umgesetzt werden 
  • Nutzung bestehender Wohn- und Gewerbeflächen durch Nachverdichtung (Hinterliegerbebauung, Dachgeschossausbau etc.) und Änderung alter Bebauungspläne, sofern sie einer sinnvollen Nachverdichtung entgegenstehen 
  • Durch Stadtteilmanagement Schaffung neuer Stadtquartiere mit hoher Lebensqualität. Dabei werden gute Verbindungen zu den bestehenden Quartieren und die Vernetzung der Grünflächen geplant 
  • Belebung des Stadtzentrums durch mehr Begegnungsräume, z.B. durch Außenbewirtschaftung von Cafés oder Restaurants und Co- Working-Plätze. Der Einzelhandel der Grundversorgung gehört in die jeweiligen Ortszentren, nicht auf die grüne Wiese. 
  • Umwandlung von leerstehendem Büroraum in Wohnraum 

Bezahlbarer und nachhaltiger Wohnraum für alle 

Wohnen ist ein Teil der Daseinsvorsorge wie Nahrung, sauberes Wasser und Bildung und eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Auch in Laatzen steigen die Mieten rasant: Immer mehr Menschen müssen mehr als 30% ihres Haushaltseinkommens für die Kaltmiete ausgeben. Wir wollen in unserer Stadt gutes und bezahlbares Wohnen ermöglichen. 

Rund 40% der Kohlendioxid-Emissionen werden im Bausektor verursacht. Grüne Architektur kann zu einer Verringerung dieser Emission beitragen Dazu orientieren wir uns zunächst am Gebäudebestand, in dem sogenannte „Graue Energie“ steckt. Priorität vor Neubauten hat für uns, den Wohnungsbestand zu sanieren, Leerstand zu verhindern und dabei den baulichen Lebenszyklus zu beachten.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Bei Neubauprojekten soll Wohnraum weiterhin zu mindestens 25% als sozialer Wohnungsbau oder mit vergleichbar günstigen Mieten errichtet werden mit einer Mindestlaufzeit von 30 Jahren
  • Bauprojekte sollten sich dem Bedarf anpassen. Flexible Grundrisse, die bedarfsgerecht angepasst werden können, ermöglichen kleinere, barrierefreie Wohneinheiten für Senior*innen und die Zusammenlegung zu größeren Wohnungen. 
  • Initiierung einer Wohnungstauschplattform, um Menschen mit inzwischen geringerem Wohnraumbedarf den Tausch ihrer Wohnung mit Haushalten mit gestiegenem Wohnraumbedarf zu ermöglichen 
  • Einbindung bestehender Anlaufstellen für Senioren wie z.B. den Seniorenbeirat, das Stadtteilbüro oder die Seniorentreffs zur Information älterer Eigentümer*innen, wie sie ihr Haus altersgerecht ertüchtigen können. Tausch- oder Finanzierungsmöglichkeiten, wie eine Leibrente oder Hauskauf auf Rentenbasis, sind weitere Alternativen 
  • Passgenaue Auswahl und Umsetzung öffentlicher Förderprogramme für Wohnungsbau und Stadtentwicklung durch einen*e Förderprogrammmanager*in 
  • Projektkooperationen zur Erstellung preiswerten Wohnraums mit der kommunalen Wohnungswirtschaft 
  • Bei Neuausweisung von Bau- oder Gewerbeflächen werden Eingriffe in den Naturhaushalt soweit wie möglich in den Quartieren kompensiert 
  • Unterstützung der Kreislauf-Bauwirtschaft durch Einsatz von Recyclingmaterial und Nutzung von Baustoffbörsen; Förderung der deutlich nachhaltigeren Holzbauweise und eines umfassenden Regenwassermanagements 
  • Nutzung regenerativer Gebäudetechnik zur Wärmeerzeugung wie Solartechnik, Photovoltaik, Wärmepumpe 
  • Unterstützung von privaten Baugemeinschaften (z.B. Mehrgenerationenwohnen, Wohnen in Gemeinschaft, Wohnen im Alter) 

Soziales Laatzen: Zusammenhalt durch Gerechtigkeit stärken 

Die Ungleichheit in Bezug auf Einkommen, Vermögen und Chancen ist in Laatzen wie in der gesamten Bundesrepublik groß und sie nimmt weiter zu. Dieser Entwicklung wollen wir mit einer GRÜNEN Sozialpolitik entgegenwirken. 

Geschlechtergerechtigkeit, Gleichberechtigung und Vielfalt 

Es ist bereichernd, dass Menschen unterschiedlich und die Lebensformen in unserer Stadt vielfältig sind. GRÜNE Politik setzt sich für eine gerechte Gesellschaft ein, in der alle die gleichen Chancen haben. Geschlecht, sexuelle Identität, Lebensform, Alter, Behinderungen oder Herkunft dürfen nicht zu Benachteiligungen führen. Wenn Gerechtigkeit selbstverständlich gelebt wird, sichert das den Zusammenhalt, die Stabilität unserer Gesellschaft, schafft wirtschaftliche Chancen, stärkt den inneren Frieden und unsere Demokratie. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht leider fast immer noch zu Lasten der Frauen. 

Gleichberechtigung und Geschlechterpolitik ist eine Querschnittsaufgabe aller

GRÜNEN Politikfelder und entsprechend Feminismus eine Aufgabe aller Geschlechter.

Dafür setzen wir GRÜNEN uns ein: 

  • Förderung von Frauen entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung bei der Besetzung von Stellen in Verwaltung, kommunalen Einrichtungen und Gremien 
  • Stadtverwaltung mit Vorbildfunktion: bei Öffnungszeiten, Kinderbetreuung, flexiblen Arbeitszeiten für Mitarbeiter*innen, die erziehen oder pflegen, bei mobiler Arbeit, als Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung oder Migrationsgeschichte 
  • Sozialen Einrichtungen für ihre wertvolle Arbeit eine verlässliche und bedarfsgerechte Förderung sichern: Frauenhaus der Region Hannover, Donna Clara, Beratungsstellen, Gewaltpräventionsprojekte – auch für Jungen und Männer 
  • Konsequente Prüfung aller Verwaltungs- und Ratsentscheidungen auf Geschlechtergerechtigkeit, gendergerechte Sprache, Sicherheit und unterschiedliche Sichtweisen von Frauen, Männern, LSBTIQ oder Älteren 
  • Sensibilisierung für Geschlechterstereotypen 
  • Sprachkurse frauen- und familiengerecht gestalten. 
  • Team Gleichstellung bedarfsgerecht sichern 
  • Queere Themen öffentlich machen und fördern (LSBTIQ: Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Intersexuelle und queere Menschen) 
  • Benennung einer Ansprechperson der Verwaltung bei Diskriminierung 
  • Unterstützung aller zivilgesellschaftlichen Gruppen und Initiativen, die sich gegen Sexismus, Homo- und Transphobie, Rassismus, Antisemitismus mit friedlichen Mitteln einsetzen 

Familienförderung – eine gute Basis für alle Kinder

Familien in unterschiedlichsten Konstellationen sind wichtige Bausteine in unserer Gesellschaft. Deswegen setzen wir uns für einen guten Start ins Leben und für gute Entwicklungsmöglichkeiten ein. Unterstützung sollte allen Familien offenstehen und ohne große Hürden erreichbar sein.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Fortführung des Projekts Frühe Hilfen 
  • Familienbildung und Familienberatung 
  • Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung von 1-12 Jahren 
  • Teilhabe an Kultur, Gesundheit und Sport 
  • Stärkere Nutzung der Bundesmittel aus dem „Bildung und Teilhabe Paket“ 
  • Alleinerziehende und ihre besonderen Bedarfe erfassen und unterstützen 

Ältere Menschen – integriert in ein soziales Stadtleben 

Ältere wollen eigenverantwortlich, in gewohnter Umgebung mit anderen Generationen leben. Ein „Runder Tisch Senioren“ soll künftig die vorhandenen Initiativen und Akteure bekannt machen, miteinander vernetzen, ihre Energien, Ideen und Bedürfnisse bündeln und gemeinsam auch Neues schaffen für ein aktives Leben im Alter. 

Teilhabe und Zugang zum gesellschaftlichen Leben ist ein Recht aller Menschen, leider sind Ältere und Arbeitslose eher vom Armutsrisiko bedroht und damit eingeschränkt in der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Vielfach wird aus unterschiedlichen Gründen die Grundsicherung nicht beantragt und Menschen leben unter dem Existenzminimum

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Gründung eines „Runden Tisches Senioren“ mit dem Seniorenbeirat, sozialen Einrichtungen und der Verwaltung, um zu vernetzen und Lücken bei den Hilfsangeboten zu schließen 
  • Fortsetzung der Beratungen des Seniorenbeirats zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung 
  • Förderung von Begleitdiensten durch Beauftragte für Menschen mit Behinderung– auch ehrenamtlich 
  • Unterstützung beim Wohnungstausch (großes Haus gegen altengerechte Wohnung) 
  • Bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum 
  • Mietfreie Begegnungsstätten in kommunalen Einrichtungen verstetigen 
  • Gezielte Prüfung weiterer Fördertöpfe z.B. aus dem Europäischen Sozialfonds 
  • Nutzung der Förder- und Beratungsmöglichkeiten des Niedersachsenbüro/Neues Wohnen im Alter 
  • Einrichtung einer Ehrenamtsagentur

Inklusion leben 

Wir fordern die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wir wollen die soziale Spaltung der Gesellschaft überwinden und unterschiedliche Barrieren für Teilhabe abbauen. 

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Wohnortnahe und ausreichende Kita-Plätze auch für Kinder mit Förderbedarf 
  • Digitale Barrierefreiheit sowie bessere Zugänglichkeit bei Texten, Formularen und Webseiten der Verwaltung 
  • Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und im Straßenverkehr 
  • Sensibilisierung für einen natürlichen Umgang mit Behinderung 
  • Gründung eines Runden Tisches „Barrierefreies Laatzen“ 

Hilfe für Geflüchtete: Kommunale Einrichtungen, Ehrenamt und Zivilgesellschaft 

Laatzen hat bereits viele Maßnahmen zur Integration von geflüchteten Menschen erfolgreich etabliert. Die Mitarbeiter*innen in der Verwaltung haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Ehrenamtlich engagierte Bürger*innen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen haben Enormes für die sprachliche, berufliche und soziale Integration geleistet. Die Arbeit des Netzwerkes für Flüchtlinge verdient unsere hohe Wertschätzung und Unterstützung. Die bisherigen Angebote zur Integration der zugewanderten Menschen wollen wir bedarfsgerecht erhalten und koordinieren. Die Streichung der Bundesmittel für Integrationskurse aus 2026 lassen sich allerdings kommunal nicht ersetzen.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Qualifizierte Unterstützung des Netzwerks für Geflüchtete 
  • Sprachkurse frauen- und familienfreundlich gestalten, um insbesondere Frauen besser zu erreichen 
  • Kinderbetreuung von Anfang an, Sprachförderung und Nachhilfe 
  • Förderung von Frauen zur Teilhabe an Gesundheitsförderung, Sport und Kultur 
  • Trauma-therapeutische Angebote des Netzwerkes für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. vermitteln 

Lernen in Laatzen: Beste Bildung von Anfang an 

Bildung ist die Voraussetzung für selbstbestimmtes Leben und Teilhabe an der Gesellschaft. Alle Menschen haben ein Recht auf gute Bildung, deshalb brauchen wir gut ausgestattete Kindertagesstätten (Kitas) und Schulen, mit gut ausgebildeten und zufriedenen Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen und pädagogischen Fachkräften. Moderne Räumlichkeiten mit genügend Platz und einer zeitgemäßen digitalen Ausstattung bieten gute Bedingungen für Kinder und Beschäftigte in den Bildungseinrichtungen unserer Stadt. 

Aktuell und in den nächsten Jahren wird in Laatzen viel in die Bildung und in den Neubau oder Ausbau mehrerer Kitas, Grundschulen mit Ganztagsangebot und der beiden großen weiterführenden Schulzentren investiert. Aspekte der Inklusion und Integration müssen dabei in die Neubaukonzepte einbezogen werden. Wir Grüne begrüßen diese Investitionen in die Lernumgebung, in die Zukunft unserer Kinder und somit unserer Stadt.

Rahmenbedingungen guten Lernens 

Digitale Lernmittel und freies WLAN an allen Schulen, Jugendzentren und öffentlichen Plätzen in Laatzen sind infrastrukturelle Grundlagen für digitale Bildung. Die Corona- Krise hat uns vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn wichtige Entwicklungen verpasst oder zu langsam angegangen werden. 

Unsere außerschulischen Lernorte sollen genutzt werden, um das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung in den Kitas und Schulen zu stärken. Gesunde und schmackhafte Ernährung in den Mensen der Schulen und in den Kitas, möglichst aus der Region, ökologisch angebaut und frisch zubereitet, ist wichtig für die Entwicklung unserer Kinder. Die Auswahl von Dienstleistern kann daher nicht nur nach Kostenaspekten erfolgen. Neue Kitas und Schulen sollten über eine eigene Küche verfügen. 

Vielen Kindern mangelt es an Bewegung und sozialen Kontakten. Kinder brauchen Spielräume. Außengelände von Kitas und Schulen, insbesondere von Grundschulen, sollten großzügig bemessen und mit abwechslungsreichen Spielangeboten ausgestattet werden. Dieses Angebot soll in der Ganztagsbetreuung, anschließend auch an Wochenenden genutzt werden können. 

Soziale Benachteiligung 

Bildungswege und Bildungserfolg dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen. In Deutschland ist dies viel zu oft der Fall. Daher sind Maßnahmen, die zu mehr Chancengerechtigkeit führen, eine Aufgabe für Politik, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft. 

Der Anteil von benachteiligten Kindern ist in Laatzen im Regionsvergleich besonders hoch. Viele Familien sind berechtigt, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu beziehen. In der Vergangenheit haben diese Leistungen aber nicht alle Familien erreicht – das muss anders werden. 

Armutsprävention ist auch eine kommunale Aufgabe. Deshalb hat sich 2019 auf Initiative der GRÜNEN ein „Runder Tisch gegen Kinderarmut“ in Laatzen gebildet, der fortgeführt werden soll. 

Der Zuschuss für Mittagessen in den Mensen soll so gestaltet werden, dass sich alle Kinder ein Mittagessen leisten können. 

Krippen und Kindertagesstätten 

Frühkindliche Bildung ist wichtig, die Weichen für den späteren Lebensweg werden früh gestellt. Die dritte Kraft in Krippen war in Laatzen bereits Realität im Rahmen des „Laatzener Profils für Bildung und Betreuung“, bevor das Land sie beschloss. Wir fordern die Einführung der dritten Kraft auch in den Kindergartengruppen. Die Verbesserung des Personalschlüssels im Kindergartenbereich ist längst überfällig. Dies würde auch die Sprachförderung verbessern. Der Einsatz von Sprachförderkräften zur Verstärkung der Teams sollte von allen Kitas genutzt werden. Das Recht auf einen Kitaplatz muss umgehend in Laatzen Mitte für alle dort lebenden Kinder ermöglicht werden.

Wir Grüne haben uns für die Qualitätsverbesserung in den Kitas eingesetzt und ihr auch den Vorrang gegenüber der vom Land beschlossenen Beitragsfreiheit für alle gegeben. Diese Grüne Position vertreten wir weiterhin und fühlen uns aktuell darin bestätigt. 

Grundschulen und weiterführende Schulen 

Das „Laatzener Profil für Bildung und Betreuung“ wollen wir erhalten und werden es auch in Zeiten knapper Ressourcen verteidigen und gegebenenfalls um neue Punkte und Bereiche erweitern. In diesem Sinne haben wir uns für die Einführung der Ganztagsschule von Klasse 1-4 ab 2026 eingesetzt.

Wir sprechen uns dafür aus, die Sommerschule wieder in Laatzen durchzuführen und möchten sie als Angebot für die Zukunft fest etablieren. Kinder haben aus unterschiedlichen Gründen Nachholbedarf an Bildungs- und Sozialkompetenzen. In vielen Familien besteht aber auch generell ein Bedarf an Unterstützung und Förderung der Kinder. Wir begrüßen die geschaffenen Möglichkeiten verschiedener Institutionen in Laatzen, Kindern außerhalb der Schule Lernförderung anzubieten. 

Wir halten es für sinnvoll, die vorhandenen Strukturen und Erfahrungen lokaler Institutionen und etablierte Bildungsträger für die Lernförderung einzusetzen. Wir streben eine langfristige Lösung an, damit dieses Angebot bestehen bleiben kann. Sowohl die Räumlichkeiten und das Gelände der Schulen als auch außerschulische Lernorte in Laatzen sollten dafür genutzt werden. 

Integration und Inklusion haben die Anforderungen an Schulen, aber auch die Belastung der Lehrkräfte merklich erhöht. Die Unterstützung der Schüler und Lehrkräfte durch Schulsozialarbeiter und Schulbegleitungen ist wichtig und muss weiter ausgebaut werden. Mehrsprachigkeit der Schüler ist zudem eine wichtige Ressource mit Potential. Neben dem Erlernen der deutschen Sprache sollte das Angebot an herkunftssprachlichem Unterricht ebenfalls gefördert werden.

Erwachsenenbildung neu ausrichten

Wir verstehen Erwachsenenbildung in Laatzen als unverzichtbaren, eigenständigen und gleichberechtigten Teil des Bildungswesens nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz (NEBG). Sie soll ein fester Bestandteil einer lebendigen, demokratischen Stadtgesellschaft sein. Daher ist eine Erwachsenenbildungseinrichtung für Laatzen selbstverständlich und deren Arbeit muss dauerhaft organisatorisch, personell und finanziell abgesichert werden.

Diese Einrichtung soll lebenslanges Lernen ermöglichen, die gesellschaftliche Teilhabe stärken und die demokratische Entwicklung vor Ort fördern. Sie soll Bildungsangebote eigenständig pädagogisch planen und verantworten in den Bereichen allgemeine, politische, kulturelle, sprachliche, gesundheitliche, digitale und berufliche Bildung.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Einführung einer dritten Kraft in Kita-Gruppen 
  • Erhalt des „Laatzener Profils für Bildung und Betreuung“ 
  • Förderung von Erwachsenenbildung, Kunst- und Musikschulen und anderen Bildungsträgern 
  • Weiterentwicklung des „Runden Tischs gegen Kinderarmut“ 
  • Ausbau und Betreuung der technischen Ausstattung der Schulen 
  • Erhalt und Ausbau von außerschulischen Lernorten 
  • Gestaltung der Außengelände mit abwechslungsreichen Spielangeboten und Prüfung der freien außerschulischen Nutzung 
  • Schulische Außengelände mit abwechslungsreichen Spielangeboten 
  • Verstetigung des Angebotes der Lernförderung zur Unterstützung förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler 
  • Sicherstellung der Erwachsenenbildung als Teil unseres Bildungswesens
  • Freies WLAN an Schulen, Jugendzentren und öffentlichen Plätzen 
  • Gesunde Ernährung, insbesondere Berücksichtigung von Qualität und Lebensmittelherkunft bei der Auswahl von Essenslieferanten für die Mensen sowie Zuschuss zum Essensgeld für bedürftige Kinder

Erleben in Laatzen: Kultur und Sport stärken 

Kulturelles Leben in Laatzen – gerade jetzt! 

Laatzen hat ein kulturelles Angebot, das es zu stärken gilt. Wir stellen uns eine Bündelung und Verbesserung der Präsentation sämtlicher kultureller Aktivitäten und zukünftiger Projekte an einem zentralen, für alle erreichbaren Ort in Form einer Laatzener Internet-Kulturplattform vor. 

Die Stadt Laatzen wird weiterhin die Finanzierung der vorhandenen Institutionen und Initiativen (Schulen, Musikschule, Jugendkunstschule, Erwachsenbildung, Stadtarchiv, Stadthaus, Mehrgenerationenhaus Rethen, Vereine usw.) sichern. Darüber hinaus soll sie das Zusammenwirken der Akteure, wie auch der Sponsoren und Mäzene, moderieren und koordinieren. Damit soll sie im Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure die kulturelle Vielfalt befördern, neue Projekte gemeinsam entwickeln und eine kreative und entwicklungsfähige, auf Nachhaltigkeit bedachte lokale Gesellschaft weiterentwickeln. 

Wir wollen eine konzeptbasierte Kulturpolitik, um die aktuelle Kulturszene zu fördern und wertzuschätzen, Transparenz für Akteure und Nutzer herzustellen und Synergien für Neues zu schaffen. Bei schwindenden Finanzmitteln bedarf es aus unserer Sicht gemeinsamer Richtungs- und Prioritätsentscheidungen begleitet von bürgerschaftlichem Engagement und Beteiligungsverfahren. Nur so können Kooperations- und Netzwerkbeziehungen entstehen.

Dafür setzten wir GRÜNE uns ein: 

  • Erarbeitung eines Kulturentwicklungsplans mit Unterstützung der umliegenden Universitäten und eines noch zu schaffenden kommunalen Fördermittelmanagements 
  • Entwicklung einer allen Bürger*innen zugänglichen Internet-Kulturplattform, deren Pflege kommunale Aufgabe sein muss 
  • Einberufung eines moderierten Planungsbeirats 
  • Ehrenamtliche Beratung für Kulturschaffende 
  • Leerstände in kommunaler und privater Hand für Kulturschaffende vermitteln 
  • Böllerfreies Laatzen: Lichtshow statt Feuerwerk 
  • Sport- und Bewegungsflächen im öffentlichen Raum für kulturelle Aktionen benennen und freigeben 
  • Erinnerungskultur verstetigen, auch für Migranten und ihre Lebenserfahrungen 
  • Nach Umzug des Rathauses in die Gutenbergstraße, Erhalt und Förderung von bürgernahen Institutionen im Zentrum 
  • Kulturelle Schätze (hervor)heben, den Park der Sinne noch intensiver für Sommertheater, Kino und andere Veranstaltungen nutzen 
  • Die geliebten Jazzabende am Donnerstag im Leine Center oder andernorts (regelmäßig in den Sommermonaten im Park der Sinne) wieder aufleben lassen 

Gesundheit und Sport in Laatzen – für ALLE 

Gesundheit ist für uns GRÜNE eine zentrale Querschnittsaufgabe und Verpflichtung, die sich durch alle Politikfelder zieht. 

Gesundheit und Wohlbefinden hängen in Deutschland leider oft von Bildungsstand und persönlichem Geldbeutel ab. Dem wollen wir etwas entgegensetzen! 

Unsere Sportvereinsszene ist breit aufgestellt und im Sportring gut organisiert. Ihre Bedeutung zur Gesundheiterhaltung, für soziale Kontakte quer durch die Bevölkerung und für die Integration von Neubürger*innen kann gar nicht hoch genug gewertschätzt werden. 

Zusammen mit weiteren Institutionen wie der Erwachsenenbildung oder dem aquaLaatzium soll ein Sportentwicklungskonzept mit der Verwaltung erarbeitet werden, um die Bedarfe festzustellen, gemeinsame Ziele zu beschreiben und dem Mitgliederschwund in den Sportvereinen entgegenzuwirken.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Erarbeitung eines Sportentwicklungskonzepts 
  • Unterstützung von Frauen mit Migrationshintergrund zur Teilhabe und Gesundheitsprävention 
  • Präventionsmaßnahmen fördern und bewerben – auch mehrsprachig 
  • Sport- und Gesundheitsangebote für Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen erweitern und ihre Integration fördern 
  • Nutzung von Bewegungsmöglichkeiten und Angeboten draußen 
  • Freie Angebote im Park der Sinne weiterentwickeln 
  • Rauchfreiheit im öffentlichen Raum zum Schutz der jungen Generation 
  • Schwimmunterricht nachholen

Wirtschaft in Laatzen: Nachhaltigkeit und Wirtschaft zusammenbringen

Klimaschutz erfordert eine vielfältige, ressourcenschonende und nachhaltige Wirtschaft, die langfristig gute Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft. Dabei setzen wir auf eine ausgewogene Mischung von Dienstleistungen, Verwaltung, Handwerk, Landwirtschaft, produzierendem Gewerbe und Kulturbereich. Zwischen Wirtschaft und Umwelt gehört für uns kein „oder“, denn wirtschaftlicher Erfolg sichert Arbeitsplätze und Investitionen in Klimaschutz. 

Umwelt- und Klimaschutzanforderungen sind eine Chance, Unternehmen nachhaltig aufzustellen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die das sich wandelnde Verbraucherverhalten berücksichtigen und neue Märkte erschließen. Kleinere und mittelständische Unternehmen sowie Existenzgründungen müssen unterstützt werden. Dabei stehen innovative ökologische Projekte, Digitalisierungsvorhaben und der Aufbau neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze im Vordergrund.

Entwicklung Einzelhandel und Stadtzentrum 

Der stationäre Einzelhandel gerät auch in Laatzen durch den rasant wachsenden Online-Handel unter Druck. Der hybride Einzelhandel, also das Zusammenwirken von Online- und stationärem Handel, muss Teil der Lösung werden, die in einem Masterplan „Smarter Handel Laatzen“ entwickelt wird. Einzelhändler*innen informieren ihre Kundschaft online  die damit aus der Kombination von digitaler Information, Beratung vor Ort und schneller Verfügbarkeit der Waren profitieren können.  Für die Stadtentwicklung sollte er Teil einer gemischten, lebendigen Innenstadt sein – zusammen mit Wohnen, Gastronomie, Kultur, Bildung, Dienstleistungen und attraktiven öffentlichen Räumen. Genau diese Nutzungsmischung wollen wir verfolgen. 

Durch eine kluge Stadtentwicklungspolitik wollen wir zudem unser Stadtzentrum und die Ortskerne lebenswerter und attraktiver machen. 

Gute Arbeit und Ausbildung 

Die Sicherung von Fachkräften wird zunehmend zu einem bedeutsamen Standortfaktor. Deshalb setzen wir uns für eine systematische Erfassung der Bedarfe der örtlichen Wirtschaft und die Etablierung entsprechender Aus- und Fortbildungsangebote ein. Wir möchten jungen Menschen eine attraktive Alternative zu akademischen Laufbahnen anbieten. Vor allem das Handwerk, das weniger durch KI gefährdet ist, verdient und benötigt engagierten Nachwuchs, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft durch Klimaschutz und Wärmewende anpacken wollen. 

Arbeitsplätze in unserer Stadt müssen fair bezahlt werden und gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen bieten. Arbeitgeber*innen, die sich durch unethische Geschäftspraktiken einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, werden entsprechend gesetzlicher Regelungen sanktioniert. 

Alle, die eine Ausbildung absolvieren wollen, sollten dies auch in einem Ausbildungsbetrieb tun können. Die Stadtverwaltung hat hier als große Arbeitgeberin eine Vorbildfunktion. Dort, wo es Probleme mit dem Ausbildungsangebot gibt, bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten. 

Gewerbestandorte und Nutzungsmischung 

Fläche ist nicht vermehrbar! Wir benötigen ein Gewerbeflächenmanagement, das in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen auf einen sparsamen Umgang mit der Fläche setzt, anstatt sich mit vermeintlich attraktiven Ansiedlungsangeboten gegenseitig zu unterbieten. Die Entwicklung weiterer Gewerbestandorte muss an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet sein und soll qualifizierte, zukunftsorientierte Arbeitsplätze bieten.

Eine Stadt der kurzen Wege lässt sich durch eine Nutzungsmischung erreichen. Durch die planungsrechtliche Ausweisung eines sogenannten „urbanen Gebietes“ können produzierendes Gewerbe, Büroflächen, Co Working-Spaces, Kulturangebote und Wohnstandorte miteinander verzahnt werden.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit 

Eine wachsende Anzahl von Unternehmen ist längst bereit, Verantwortung im Klimaschutz zu übernehmen. In einer Kooperation von Stadt und Wirtschaft sollen Projekte angestoßen und gefördert werden, die zur baldigen C02-Neutralität sowohl der Stadt als auch der Wirtschaft beitragen. Dazu streben wir gemeinsam mit den Akteuren aus der ansässigen Wirtschaft die Gründung einer kommunalen „Allianz für das Klima“ an. Der Bereich Wirtschaftsförderung der Stadt kann die auf EU-, Bundes- sowie Landesebene angebotenen Förderprograme etwa für Investitionszuschüsse mit regionalem Zuschnitt sondieren und die örtliche Wirtschaft entsprechend informieren und beraten. 

Digitale, transparente und bürgernahe Stadtverwaltung 

Die Stadt Laatzen ist eine bedeutende wirtschaftliche Akteurin: Sie kauft Produkte und Dienstleistungen ein, beauftragt Selbständige und beschäftigt eine große Anzahl von Mitarbeiter*innen. Diese Wirtschaftskraft soll verantwortlich und vorbildlich auf ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Mitbestimmung beruhen. Eine effiziente, digitale Stadtverwaltung, die bürokratische Last zugunsten schnellerer Planungen und Genehmigungen verringert – Entbürokratisierung – , soll Betriebe unterstützen, die ökologische Innovationen anstreben. 

Laatzen bietet bereits Informationen und Dienstleistungen online an. Weitere digitale Möglichkeiten zur Verbesserung der Transparenz der Verwaltung und des Service sollen genutzt werden. Mehr und einfachere Feedback- und Vorschlagsmöglichkeiten für Nutzer*innen sollen geschaffen werden. Informationen zur Kommunalpolitik und zu den kommunalpolitischen Gremien sollten einfach und gut zugänglich online zur Verfügung stehen. Die Umsetzung von Ratsbeschlüssen soll öffentlich nachvollziehbar sein.

Fairen Handel beleben 

Laatzen ist Fair-Trade-Stadt. Dieser Anspruch muss belebt und fortentwickelt werden. 

Hier gilt es, entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten zu fördern, z.B. über eine Aufwertung von Märkten oder durch Unterstützung von Marketing-Strategien für die regionale Landwirtschaft. Auch lokale Initiativen wie Reparatur-Cafés, Unverpackt- Läden, Zero-Waste-Zentren, öffentliche Gärten und Tauschregale können helfen, unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Nutzung einer regionalen Onlineplattform zur Unterstützung des Einzelhandels 
  • Sicherstellen, dass Arbeitsplätze faire und gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen und Vergütungen bieten 
  • Etablierung eines Gewerbeflächenmanagements unter Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien und qualifizierten Arbeitsplätzen in Kooperation mit Nachbarkommunen 
  • Gründung einer kommunalen „Allianz für das Klima“ gemeinsam mit Akteuren aus der Wirtschaft  
  • Kommunales Beschaffungswesen mit zertifiziertem Nachhaltigkeitssiegel 
  • Neuansiedlung von Gewerbebetrieben wird begrüßt, vorrangig in Leerständen und unter Berücksichtigung ökologischen und sozialen Kriterien  
  • Ausbau der digitalen Informationen und Dienstleistungen der Stadtverwaltung 
  • Informationen zu Kommunalpolitik und kommunalpolitischen Gremien umfangreich digital und transparent bereitstellen, um die Beteiligung der Bürger*innen zu vereinfachen 

Bürger*innennahes Laatzen: Demokratie, Ehrenamt und Dialog

Die zunehmenden Angriffe auf demokratische Grundprinzipien führen uns vor Augen, wie wichtig eine offene und demokratische Gesellschaft ist. In Laatzen stehen wir für demokratische, humanitäre und europäische Werte ein. 

In Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien in Laatzen wenden wir uns gegen rassistisches Gedankengut. Wir treten ein für eine friedliche Stadtgesellschaft, in der Diskriminierung, Hass und Extremismus keinen Platz haben. 

Die Teilnahme an überregionalen Programmen zur Demokratieentwicklung wie „Demokratie leben“ soll ausgebaut werden. Debattenkultur in Meinungsvielfalt stärkt die Zivilgesellschaft und ermöglicht politische Teilhabe.

Stärkere Bürgerbeteiligung in Laatzen – Demokratie vor Ort leben! 

Die große Herausforderung der gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Transformation kann nur gelingen, wenn viele Menschen daran engagiert mitwirken. Deswegen wollen wir möglichst viele Bürger*innen mit ihren Kompetenzen einbinden, weil wir Ihre Unterstützung brauchen. Dazu wollen wir einen neuen Politikstil leben: aufeinander zugehen, gemeinsam diskutieren, voneinander lernen und dann entschlossen verändern. 

Der Stadtrat und die Ortsräte sind die gewählte Vertretung der Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt. In den Ausschüssen und in den Ratssitzungen sowie in den Bürgerpanels können sich Bürger und Bürgerinnen mit ihren Anliegen zu Wort melden. Die Möglichkeit, an vielen Sitzungen per Videokonferenz teilzunehmen, wollen wir aufgrund der positiven Erfahrungen beibehalten. Die Bürgersprechstunde am Beginn der Ausschuss- und Ratssitzungen wollen wir bei Bedarf erweitern und so Diskussionen mit Bürger*innen mehr Raum geben. 

Entscheidungen der Verwaltung müssen nachvollziehbar, transparent und erklärbar sein, um ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zu gewährleisten. Es muss Rückkopplungen aus der Verwaltung in die verschiedenen Gruppen und umgekehrt geben. 

Das bereits eingeführte Bürgerpanel (Bürgerbefragungen in Laatzen) werden wir weiterhin nutzen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Bei besonderen Fragestellungen wollen wir Bürgerräte einsetzen. Sie können noch passgenauer anhand der Alltagsexpertise der Bürger*innen erarbeiten, was ihnen wichtig ist und was von einer Mehrheit getragen werden kann. 

Bürgerbüro und Ehrenamt 

Wir wollen das Bürgerbüro durch Innovation auch weiterhin zur zentralen und bürgerfreundlichen Anlaufstelle machen. Wir möchten beispielsweise längere Öffnungszeiten, für Berufstätige und Zeitfenster für eilige Bedarfe, ggf. mit Wartezeit, einrichten. Das gleiche gilt auch für die Bücherei und andere Dienstleistungen der Stadtverwaltung. Dabei werden wir auch das Wohl der Mitarbeiter*innen berücksichtigen. 

Wir setzen uns für den weiteren Ausbau der Digitalisierung ein. 

Es sollen mehr Anträge von zuhause ermöglicht werden. Dabei ist auf einen unkomplizierten, sicheren und barrierefreien Zugang zu achten, der Verwaltungsvorgänge vereinfacht und beschleunigt. Für die Bürgerschaft ohne online Zugang muss der persönliche Zugang weiterhin ermöglich werden.

Das Ehrenamt erfährt in Laatzen bereits eine große Unterstützung. Unterstützung hat dabei nicht nur mit Geldmitteln zu tun, sondern zeigt sich vor allem in der Wertschätzung der Arbeit der Ehrenamtlichen. Die Verwaltung soll auch in Zukunft die

Ehrenamtlichen zeitgemäß unterstützen. Hilfreich könnte die Einrichtung einer Ehrenamtsakademie sein. Mit unserer Forderung einer zentralen Stelle zur Beschaffung von Fördergeldern wollen wir auch Projekte im Bereich des Ehrenamts stärken.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein: 

  • Weiterführung der Förderung aus überregionalen Programmen 
  • Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten von Bürger*innen in Rats- und Ausschusssitzungen 
  • Entwicklung des Bürgerbüros zur zentralen, flexiblen und lösungsorientierten Anlaufstelle für Anliegen der Bürger*innen 
  • Vorantreiben der Digitalisierung zur Vereinfachung und Beschleunigung von Verwaltungsvorgängen 
  • Schaffung einer zentralen Stelle Fördermittelmanagement zur Beschaffung von Fördergeldern 

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13.09.2026 Kommunalwahl

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