Grüne setzen auf Aktivierung des Wohnungsbestandes: mehr Umbau, Anbau und Erweiterung
In der Region Hannover fehlen laut Pestel-Institut 14.500 Wohnungen und für viele wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Gleichzeitig stehen Gebäude leer oder werden nicht vollständig genutzt. Auf Initiative von SPD und Grünen wird die Wohnraumförderung der Region deshalb neu ausgerichtet: Künftig sollen stärker der Umbau und Ausbau von Bestandsimmobilien gefördert werden, um schneller zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Am heutigen Montag wird das neue Konzept im Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Teilhabevorgestellt.
Christian Hinrichs, sozialpolitischer Sprecher der Regionsfraktion, sagt dazu: „Der Wohnungsmarkt läuft heiß. Unter den steigenden Mietpreisen leiden längst nicht mehr nur Menschen, die Sozialleistungen beziehen, sondern auch Studierende, Alleinerziehende, Geringverdienende und Familien mit durchschnittlichem Einkommen. Allein mit Neubau lässt sich diese Lücke nicht mehr schließen. Wir wollen daher einen Perspektivwechsel bei den Förderinstrumenten: weg vom alleinigen Fokus auf Neubau, hin zur stärkeren Berücksichtigung des Umbaus. Auf diesem Wege kann auch das Ziel schneller bezahlbaren Wohnraum zu schaffen erreicht werden, weil die Gebäude bereits stehen. Etwa, indem Eigentümer*innen unterstützt werden, aus einem Einfamilienhaus mehrere Mietwohnungen zu machen, Dachgeschosse auszubauen oder leerstehende Gewerbeimmobilien in Wohnungen umzubauen. Welches Potenzial darin steckt, sehen wir gerade am ehemaligen Kaufhof-Gebäude.“
Während bisher vor allem Neubauprojekte finanziell gefördert wurden, sollen künftig mehr Umbau, Erweiterung und Umnutzung bestehender Gebäude von der Förderung profitieren. Gerade im Bestand liegt ein großer Teil der Wohnraumreserve. Ziel ist es, diese Potenziale zu erschließen und so schneller neuen – insbesondere sozial gebundenen – Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig bleibt auch der Bau neuer Wohnhäuser Bestandteil der Förderung. Hinrichs ergänzt: „In der Vergangenheit hat die Region viel Geld in den Wohnungsbau investiert, ohne, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum entstanden ist. Deshalb koppeln wir Fördermittel künftig stärker an soziale Bindungen und sichern zusätzliche Belegungsrechte für Kommunen. Gleichzeitig stärken wir Städte und Gemeinden dabei, neue Projekte anzustoßen, etwa durch bessere Beratung.“
Die Weiterentwicklung der Wohnraumförderung geht auf die Haushaltsanträge von SPD und Grünen aus den Jahren 2023 und 2024 zurück. Die Verwaltung hat daraufhin gemeinsam mit Kommunen und Akteur*innen der Wohnungswirtschaft ein neues Förderkonzept erarbeitet. Auf dieser Grundlage sollen noch in diesem Jahr konkrete Förderrichtlinien entwickelt und beschlossen werden.
Anlage
Weiterentwicklung des Wohnraumförderprogramms der Region Hannover (4791 (V) BDs)
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Christian Hinrichs
Sozialpolitischer Sprecher